Mani´s Blog

Die Ferien Der Looser

Die Ferien Der Looser

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Und noch eine kleine, unveröffentlichte Kurzstory 😉 … Und immer Verbunden mit einer neuen Herausforderung der französischen Cocyclics Plattform… Dieses mal mit dem Ansatz der Gastgeber, diesen Sommer unsere Helden in die Ferien zu schicken – und nicht in die erfolgreichsten! Meine Kinder von Operation Cheesestorm und die jüngere Schwester reisen für ein paar Tage zum Camping mit Hans-Pierre, ihrem Adoptivvater, aber ohne die erforderliche Sonne: :mrgreen: . Jetzt geht es los…

Die Ferien Der Looser

Elli zog das Federbett zu sich rüber und änderte erneut ihre Position. In der Mitte lag Zébri in einem Traum gefangen, der vermutlich von Fotos aus der Vivat inspiriert war, die jemand in den Toiletten nebenan liegen gelassen hatte. Er stieß einen tiefen, glücklichen Seufzer aus, bevor er wieder zu schnarchen begann. Lauter als zuvor. Im Gegenzug versuchte Balloo vergeblich, Schlaf zu finden. Missgelaunt maulte er herum.

„Das ist ja echt nich‘ auszuhalten, hier! Der eine pennt wie eine schlecht gestimmte Vuvuzela, während der andere Eiswürfel nicht ohne Decke schlafen kann! Hey, Elli! Ich erinnere dich gern daran, dass Papa kein Zelt mit Bodenheizung besorgt hat. Mir ist auch kalt!“, brummte er und schlug auf die dicke Daunendecke, die er wieder zu sich zog.

Nun war es an Touki, langsam und halbherzig ein Auge zu öffnen. Der erstaunliche Vogel hatte sich auf die Halterung der Lampe gesetzt, direkt unter dem Zeltdach, darauf hoffend, dort einen kuscheligen Platz zu finden, wo er friedlich schlummern konnte. Hauptsache weit weg von der beengten Pfuosa Camping Ultra Luftmatratze mit brandhemmender Eigenschaft und den Querelen seiner Geschwister. In einer herablassenden Geste hob er die Flügel, um sich wieder in Morpheus Arme zu begeben, ohne sich einzumischen. Allerdings ohne Erfolg.

Apropos Erfolg: Er war skeptisch, was diesen Urlaub betraf, den ihr Vater in einer Spontanaktion organisiert hatte. Der Ex-Banker, dessen Arbeitslosigkeit sich offensichtlich dem Ende zuneigte, war dennoch auf dem Boden der Tatsachen geblieben und zu dem Schluss gekommen, dass der Aufenthalt in einem Entwicklungsland ihre Ersparnisse weniger auffressen würde als die Reise in ein auf der südlichen Halbkugel befindliches Land. Also hatten sich alle auf den Weg ins benachbarte französische Imperium gemacht.

Nach einer doppelten Reifenpanne und dem Verlust der Zylinderkopfdichtung ihres Mietwagens – einer Ente, ein lang gehegter Traum des Familienoberhauptes – war auch ihre Ankunft in Neurgelville nicht frei von Zwischenfällen geblieben. Nachdem Zébri in einen besonders angriffslustigen Brennnesselbusch gestürzt war, hatte ihn ein heftiger Ausschlag an dem Vergnügen gehindert, unter strömendem Regen in eisigem Wasser zu baden. Der Regen war es auch gewesen, der die Geschwister dazu verdammt hatte, den lieben langen Tag nach Pilzen zu suchen, deren Auftauchen nach Hans-Pierres Ansicht unmittelbar bevorstehen musste. Der Vater hatte nicht so recht gewusst, wie er mit der Situation und der wachsenden Langeweile seiner Kinder umgehen sollte. Die Suche war erfolglos geblieben. Wie auch die Hoffnung des Vogels, am darauffolgenden Tag etwas Spannenderes zu erleben oder zumindest die nächsten Nächte nicht in einer Plastikverpackung mit einem Gestell in der Farbe von Gänsekacke verbringen zu müssen, das laut und viel zu klein war.

Der Tag brach an, begleitet von Regengüssen, die alles andere als temporär waren und auch keine echt Verbesserung verhießen.

Hans-Pierre, der zeitig aufgestanden war, verließ sein Zelt, das sich nur einen Steinwurf entfernt vom Zelt seiner Kinder befand. Er streckte seine langen Arme aus und rieb sie anschließend, überrascht darüber, wie frisch der Morgen war. Der Sommer in diesem entlegenen Ort war ebenfalls erstaunlich swizerisch, und Hans-Pierre hätte sich über etwas mehr Abwechslung auf dieser Reise gefreut. Er beschloss, sich auf die kommende Aufgabe zu konzentrieren, als unweit ein Quietschen ertönte. Plötzlich erschien Ellis Gesicht zwischen den Zeltbahnen. Ihr Rüssel begann sofort zu zittern, als der Vater ihr eine Tasse lauwarme Schokolade mit Murmeltiermilch aus der Senfer Region reichte, natürlich in limitierter Auflage, und sie den einladenden Duft wahrnahm.

„Und wir, kriegen wir nix oder was? Und es regnet immer noch?“, maulte Balloo, der hinter seiner Schwester erschien. „Dein Kocher sieht auch nich gerade gesund aus, wenn du mich fragst …“

„Biokörner ich will! Schreckliche Nacht verbracht ich habe, jawoll!“

Unbeeindruckt und mit einer betont fröhlichen Geste rief das Familienoberhaupt seine Kinder zu sich.

„Glaubt ihr wirklich, dass wir hierhergekommen sind, ohne vorbereitet zu sein? Schnell, setzt euch, Kinder. Du auch, Balloo! Zébri, beeil dich, der Boule-Wettbewerb fängt bald an“, rief er ihnen zu, während er mit seinem Hectorinox-Taschenmesser versuchte, mehr schlecht denn recht eine Dose Rösti zu öffnen.

„Ach wirklich? Jetzt schon?“, erwiderte das kleine Zebra und gähnte herzhaft. „Hättet ihr nicht Lust, noch ein wenig am Strand zu schlafen? Guckt mal, die Sonne kommt raus!“, sagte er und zeigte mit dem Huf auf ein winziges Stück wolkenlosen Himmel.

„Und Papa, schau mal. Ich habe gerade hinter dem Zelt einen Pfifferling gefunden, das könnte fast ein gutes Zeichen sein, und mit Kartoffeln schmecken die lecker“, rief Balloo überrascht und präsentierte triumphierend seinen Fund.

„Eine gute Neuigkeit!“, erwiderte Hans-Pierre. „Ich schlage euch vor, dass wir den Rest kalt essen, während Papa eine neue Gasflasche besorgt! Aber wenn ihr auf mich wartet, verspreche ich allen eine doppelte Portion nachhaltiges, antiallergisches Vanilleeis aus Patagonien, nach den Sardinen heute Abend! Stellt euch vor, die haben hier unsere Lieblingsmarke!“

Und alle versprachen, sich nicht ohne ihn den Magen vollzuschlagen. Mit einem breiten Grinsen ging Hans-Pierre Richtung Rezeption. Das Wichtigste ist, immer gute Miene zum bösen Spiel zu machen, dachte er froh gestimmt, als die Verkäuferin ihn charmant anlächelte.

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