Mani´s Blog

Fröhliches Neues Jahr 2015! Ein letzter Blick auf 2014 zurück, insbesondere zum Selbstverlag Thema

Ein letzter Blick auf 2014, insbesondere zum Thema Selbstverlag

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2014: Das Jahr zum Thema Selbstverlag und meiner Anfänge als unabhängiger Schreiberling mit nicht weniger als vier Versionen von Operation Cheesestorm erhältlich in zwei Sprachen. Ich wurde von vielen gefragt, wie das mit einem Job und meinen anderen Aktivitäten möglich werden konnte, aber ich hatte die Gelegenheit aufzuzeigen, dass mein Schreibprozess in Sachen Produktivität realisierbar ist. Das werde ich in den nächsten Monaten noch genauer erläutern.

Nein, die wahre Offenbarung für mich bestand eher im „Handwerk“ des Selbstverlegens als im Schreiben selbst, und dass das selbstständige Verlegen mit enorm viel Arbeit verbunden ist, von dem ich zu Beginn überhaupt keine Ahnung hatte  – ganz unabhängig vom kreativen Akt.

Auf der einen Seite warte ich seit einem Jahr immer noch auf Antworten von zahlreichen französischen Verlagen (ich kann es mir nicht nehmen, das von Fehlern strotzende Geschreibsel eines Publikumsverlags aufzubewahren), auf der anderen Seite habe ich mich gegen eine kleinen Verlag für die deutsche Version entschieden. Trotzdem bin ich immer noch nicht sicher, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe. Sicher, es macht viel Spaß, einige der erforderlichen Maßnahmen, z.B. die Buchpromo, selbst auf den Weg zu bringen, insbesondere für den Onlinebereich, wo ich doch selbst Onlinemarketing-Experte bin, und ich weiß auch, dass die Zahl der Verlage klein ist, die sowohl publizieren als auch die gesamte Werbung rund um die Veröffentlichung übernehmen. Trotzdem ändert es nichts daran, dass sich der Selfpublisher manchmal wie Sisyphos vorkommt 

In Eigenregie ein Buch auf den Markt zu bringen ist eine echte Plackerei.

Auch wenn das Schreiben nach wie vor im Zentrum des Geschehens bleibt …

So musste ich abwechselnd in die Rollen eins Korrekturlesers, Lektors, Schriftsetzers, Programmierers, Benchmarking-Experten, Grafikers, Teamleiters, Marketingmanagers schlüpfen. Zunächst strategisch (wie und wo sollte das Buch verkauft werden), anschließend taktisch, um die Entwicklung des Covers durch drei verschiedene Dienstleister zu überwachen, aber auch, um das eBook auf den sozialen Netzwerken zu promoten  Und viel bleibt noch zu tun. An Informationen mangelt es nicht. Fast immer sind sie kostenlos, aber wie der Felsblock bei Sisyphos fiel das Ganze viele Male herunter, bevor die Versionen endlich veröffentlicht werden konnten, und nicht einmal final für die französische Ausgabe  Am Tag der Veröffentlichung muss eine Gesamtheit von Elementen koexistieren  Die verschiedenen Versionen, aber auch eine Website und so etwas wie ein Online-Ökosystem, wenn man sich bei der Distribution nur auf Amazon stützen will, einem Unternehmen, das keinerlei proaktive Promotion durchführt.

Wenn man seine Sache „ordentlich machen will“, kann die „Selbstveröffentlichung“ eines Buchs (schnell) sehr teuer werden.

Am Ende haben mich die vier Versionen beinahe 20.000 Schweizer Franken gekostet …

Ja, ja, Sie haben richtig gelesen, so um die 16.500 Euro. Dazu gehören die Unkosten für den Kauf der entsprechenden Software, Anwaltskosten (der erste Roman der Serie spielt in einer alternativen Schweiz, und ich wollte in dieser Sache wissen, wo ich stehe) und natürlich die Kosten der Übersetzung, die ich selbst finanzieren wollte. Diesbezüglich habe ich sehr viel gelernt, und mir ist bewusst, dass ich wahrscheinlich diese Investition niemals amortisieren kann, aber sie war nötig, außerdem war das Budget vorgesehen.

Mein Fazit zum Selbstverlag (sicher voreilig – aber wir sehen uns Anfang 2016 wieder für eine neue Analyse!)

Alles in allem ist es eine (kleine) Enttäuschung. Jeden Monat ein paar Verkäufe, auch (manchmal sehr) positive Rezensionen, aber vor allem im Taschenbuchformat (und vor allem auf Deutsch), das bei Amazon (via Createspacenicht viel bringt.

– Auch wenn seit dem Auftauchen des Leviathans im Amazon-Gewand das Phänomen der Disintermediation in der Buchbranche sehr real geworden ist, so hat sich auf dem Alten Kontinent wenig getan. Von einem Abheben des eBooks kann in Europa – außer in England – keine Rede sein (schon gar nicht in den französischsprachigen Ländern), und der eBook-Reader-Markt entwickelt sich auch nicht (siehe diesen Artikel auf ActuaLitté). 

Natürlich ist alles nur eine Frage der Interpretation, aber ich stelle fest, dass meine Leser „echte Bücher“ bevorzugen, oder aber ich biete eine Gratis-Aktion mit 840 Downloads in drei Tagen kurz nach Weihnachten an (und bisher hat es keine zusätzliche Rezension gegeben). Mit anderen Worten, und um es ein ganz klein bisschen zu übertreiben, Frankreich und vor allem die Schweiz hinken 100 Jahre hinterher. 😉 Also keine wirklich Überraschung … In der Eidgenossenschaft sind die etablierten Institutionen wenig bereit, den Selfpublishern zu helfen.

– Außerdem und das ist meine Interpretation, ändert sich bei den großen Verlagen nicht viel, denen es in erster Linie um die Erhaltung ihres Profits geht, indem sie in Bestsellerautoren investieren und davor scheuen, mit Jungautoren Risiken einzugehen, vor allem, wenn sie Geschichten abseits des Mainstreams erzählen. Es ist das natürlichste der Welt, schließlich sind es Unternehmen, deren Hauptziel darin besteht, Gewinn zu machen, vor allem, wenn sie in den Händen von Aktionären sind und Neuankömmlinge (vor allem im eBook-Bereich) auf dem Markt eine fühlbare Drohung darstellen. 

Lektionen in Bezug aufs Selbstverlag …

– In dreifacher Hinsicht: Zum einen ist es wichtig, sich des Umfangs bewusst zu sein, vor allem was das Investieren betrifft. Wenn ein nicht englischsprachiger Autor sein Buch in einer Fremdsprache herausbringen will, sollte er unbedingt Englisch wählen, einfach, weil der potentielle Markt riesig ist. Cheesestorm ist auf Französisch und Deutsch erschienen, und auch Cheesestorm 2 wird zunächst in diesen beiden Sprachen herauskommen. Ich bin noch nicht sicher, ob ich bei Cheesestorm 3 nicht mit Englisch anfangen werde, und 2015 werde ich versuchen, Cheesestorm 1 auf Englisch zu veröffentlichen. Was den Finanzierungsaspekt betrifft, werde ich in einem der nächsten Artikel darauf zurückkommen, denn auch da gibt es auf dem Markt Neues zu vermelden 

– Wir haben gesehen, dass das eBook auf dem Kontinent noch nicht wirklich beliebt ist. Dafür ist Createspace ein wunderbares Tool, um eine Papierversion herauszubringen, bringt aber fast nichts ein, im Gegenzug hält Amazon fast zweidrittel des eBook-Marktes. Die Lektion für den europäischen Autor (außer England) besteht darin, sich nicht auf einen einzelnen Distributor zu beschränken, sondern die Verkaufskanäle seiner Titel zu maximieren. Das beinhaltet auch den Verkauf auf der eigenen Website (und wieder ein bevorstehender Artikel auf eCommerce!)

– Langsam beginne ich die Macht des Internets zu begreifen. Ich habe die Chance, Student bei Google zu sein, das in bestimmten Ländern eine eigene Schule hat. Trotz mehrerer Jahre Erfahrung in dem Bereich entdecke ich von Tag zu Tag mehr. Als Selfpublisher ist es unbedingt notwendig, über ein eigenes Online-Ökosystem zu verfügen. Zwar ist meine Website angenehm anzuschauen, so wurde mir zuweilen gesagt, dennoch ist sie nicht „verkäuferisch“ genug. 2015 werde ich meine Seite umbauen, um sie Google Analytics kompatibel zu machen, im Sinne von Taxonomie, Zielvorgaben, und möglichen nachfolgenden Maßnahmen und Verbesserungen. Das gilt auch für die Nutzung meines sozialen Netzwerks … Kurzum, bald gibt es einen neuen Artikel!

Bis dahin wünsche ich allen ein wundervolles Jahr 2015! Und mit Blick auf die aktuellen Geschehnisse in Frankreich mit Charlie Hebdo, auch Liebe und Freude. Unsere Welt hat sie bitter nötig …

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